Resilienz im Alltag: Johanna Zeller
Im Interview gibt Johanna Zeller, Gründerin von BETTER VIBES, spannende Einblicke in die Bedeutung von innerer Stabilität und emotionaler Balance. Sie erklärt, weshalb es gerade in einer schnelllebigen Zeit wichtig ist, die Verbindung zu sich selbst bewusst zu pflegen. Zudem zeigt sie auf, wie wir mit einfachen Impulsen mehr Gelassenheit und Klarheit in unseren Alltag bringen können. Dabei teilt sie wertvolle Erfahrungen aus ihrer Arbeit und ihrem persönlichen Weg. Ein inspirierendes Gespräch für alle, die wieder mehr bei sich selbst ankommen möchten.
Was ist der Antrieb von jemandem, der mehr Resilienz lehrt?
Mit meiner Firma BETTER VIBES begleite ich Menschen, Teams und Organisationen dabei, innere Balance und Resilienz zu stärken. Mein Weg führte mich durch die Hotel- und Tourismusbranche sowie in Führungsrollen, bis ich gemerkt habe, dass ich meine Erfahrung dort einsetzen möchte, wo Menschen wieder mehr bei sich ankommen.
Heute lebe ich in den Bergen, bewege mich täglich, betreibe Bergsport und gehe regelmässig Eisbaden. In meiner Arbeit verbinde ich Coaching, echte Begegnung und Selbstreflexion. Das ist für mich der Schlüssel, um sich selbst besser zu verstehen.
Resilienz ist ein viel genutzter Begriff. Was bedeutet er für Sie im Alltag?
Für mich ist Resilienz nichts Abstraktes, im Gegenteil. Für mich ist es die Fähigkeit, mit den Höhen und Tiefen des Lebens umzugehen, ohne den Kontakt zu sich selbst zu verlieren.
Resilienz bedeutet für mich nicht, immer stark zu sein. Es geht darum, auch Müdigkeit, Überforderung oder Unsicherheit zuzulassen und trotzdem mit sich selbst verbunden zu bleiben.
Warum merken viele Menschen erst spät, dass ihre Grenzen erreicht sind?
Ich glaube, weil wir früh lernen, leistungsfähig zu sein und durchzuhalten. Viele Menschen sind daran gewöhnt, für andere da zu sein, Erwartungen zu erfüllen und Verantwortung zu übernehmen. Die eigenen Bedürfnisse rücken dabei oft in den Hintergrund. Deshalb werden innere Warnsignale häufig erst dann wahrgenommen, wenn sie sich nicht mehr ignorieren lassen. Oft reagiert zuerst der Körper: mit schlechtem Schlaf, Reizbarkeit, Konzentrationsproblemen oder einer ständigen inneren Unruhe.
Und jetzt ganz konkret: Was hilft?
Nicht grosse Veränderungen, sondern die kleinen, regelmässigen Rituale. Ein Spaziergang, bewusste Atemzüge, klare Pausen oder ein stabiler Schlafrhythmus können bereits viel bewirken. Wichtig: Es geht um Kontinuität. Das Nervensystem lernt durch Wiederholung und genau darin liegt der Schlüssel nachhaltiger Erholung.
Also ist Regeneration gerade in unserer Leistungsgesellschaft sehr entscheidend …
Unbedingt. Echte Leistungsfähigkeit ist ohne Erholung nicht möglich.
Ihr Rat zum Schluss?
Ich würde sagen: nicht warten. Sich selbst wieder ernst nehmen, kleine Schritte gehen und ehrlich hinschauen, was einem wirklich guttut.
Fazit: Resilienz braucht auch Regeneration
Im Gespräch mit Johanna Zeller wird deutlich: Resilienz entsteht nicht allein durch mentale Techniken. Sie entwickelt sich dort, wo wir lernen, zwischen Anspannung und Erholung zu wechseln. Genau diesem Zusammenspiel widmet sich auch unser Beitrag «Die unterschätzte Kunst der Wiederbelebung». Hier lesen Sie, weshalb Resilienz eng mit dem Nervensystem verbunden ist, wie Wärme die Regeneration unterstützt und weshalb Stressmanagement weniger mit Vermeidung als mit bewusster Regulation zu tun hat.
Noch mehr Inspiration für mehr innere Balance
Wer tiefer in die Themen Resilienz, Regeneration und Nervensystem eintauchen möchte, findet im Küng Magazin weitere spannende Beiträge. Im Interview «Biohacking: Der Versuch, den eigenen Körper wirklich zu verstehen» erklärt Biohacker Rolf Duda, weshalb Schlaf die wichtigste Grundlage für Gesundheit ist, wie Atemarbeit unmittelbar auf unser Nervensystem wirkt und weshalb gezielte Reize wie Sauna und Eisbad die Anpassungsfähigkeit des Körpers trainieren. Besonders spannend: Seine Einschätzung, warum Erholung heute wichtiger ist denn je.
Auch die Beiträge «Recovery: Die unterschätzte Kunst der Wiederbelebung»,«Regeneration nach dem Sport: Effektive Förderung der Muskelregeneration» sowie«KEEN x Küng: Hier wird Social Wellness zur neuen Form der Erholung» zeigen unterschiedliche Wege auf, wie Regeneration gelingen kann: von körperlicher Erholung über soziale Verbundenheit bis hin zu bewussten Ritualen im Alltag. Gemeinsam machen sie deutlich: Resilienz entsteht durch die Fähigkeit, immer wieder bewusst aufzutanken.
FAQ
Was ist Resilienz überhaupt?
Resilienz ist die Fähigkeit, mit Herausforderungen, Stress und Veränderungen umzugehen, ohne dabei langfristig aus dem Gleichgewicht zu geraten. Es geht nicht darum, alles auszuhalten, sondern flexibel und anpassungsfähig zu bleiben.
Kann man Resilienz lernen
Ja. Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern entwickelt sich durch Erfahrungen, Selbstreflexion und bewusste Gewohnheiten. Jeder Mensch kann sie Schritt für Schritt stärken.
Woran merke ich, dass meine Resilienz erschöpft ist?
Typische Anzeichen sind anhaltende Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, schlechter Schlaf oder das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Oft zeigt der Körper diese Signale früher als der Kopf.
Ist Resilienz gleichbedeutend mit Stärke?
Nein. Resilienz bedeutet nicht, immer stark zu sein. Es geht vielmehr darum, auch Schwäche, Unsicherheit oder Überforderung wahrnehmen und zulassen zu können.
Welche Rolle spielt der Körper dabei?
Eine sehr grosse. Unser Nervensystem entscheidet, ob wir uns angespannt oder entspannt fühlen. Bewegung, Atem, Schlaf und bewusste Pausen helfen, den Körper zu regulieren und damit auch die innere Stabilität zu stärken.
Was sind einfache Wege, um Resilienz im Alltag zu stärken?
Kleine, regelmässige Rituale sind besonders wirksam: Spaziergänge, kurze Pausen, bewusste Atemzüge, ausreichend Schlaf oder digitale Auszeiten. Entscheidend ist die Regelmässigkeit.
Wie wichtig ist Erholung wirklich?
Sehr wichtig. Erholung ist keine Belohnung, sondern die Voraussetzung dafür, langfristig leistungsfähig zu bleiben. Ohne Regeneration steigt das Risiko für Überlastung deutlich.
Was ist der Unterschied zwischen Erholung und «nichts tun»?
Echte Erholung ist bewusst. Sie bringt Körper und Geist zur Ruhe und lässt neue Energie entstehen. Reines „Abschalten“ ohne echte Entspannung – etwa durch endloses Scrollen, hat oft nicht denselben Effekt.
Wie lange dauert es, Resilienz aufzubauen?
Resilienz entsteht nicht über Nacht. Sie entwickelt sich durch kontinuierliche kleine Schritte und wiederholte Erfahrungen im Alltag.
Was ist der wichtigste Faktor für nachhaltige Resilienz?
Die Kombination aus Erfahrung und Selbstreflexion. Wer bewusst wahrnimmt, was stärkt und was belastet, kann langfristig stabiler und gelassener werden.